Shopify Markets: Domains, hreflang und Übersetzung für internationales SEO
Shopify Markets ist der Bereich im Shopify-Admin, mit dem ein einziger Shop Währung, Sprache, Preise und Theme-Inhalte steuert. Ein Markt verbindet Bedingungen wie Standort, B2B-Kundengruppe, Ladengeschäft oder Verkaufskanal mit Anpassungen des Einkaufserlebnisses. Für Google zählt ein Markt erst mit eigener Domain, Subdomain oder einem Unterordner. Dann erzeugt Shopify hreflang für Sprach- und Länderversionen, Canonical als Verweis auf die bevorzugte URL und die Sitemap selbst. Deine Steuerung liegt bei Struktur, Übersetzung und Märkten gleicher Sprache. Die allgemeinen Basics der Suchmaschinenoptimierung (SEO) erklärt der Leitfaden zu Shopify SEO.
Was Shopify Markets für internationales SEO automatisch erledigt
Shopify Markets erledigt 5 technische SEO-Aufgaben automatisch: hreflang, Canonical, Sitemap, x-default und den Umgang mit Crawlern bei der Weiterleitung. Regionale Märkte für den Auslandsverkauf sind in allen Plänen kostenlos; einzelne Anpassungen hängen vom Plan ab. Kaufen können nur Kunden aus Ländern in aktiven Märkten, und jedes Land braucht Versandtarife zur Aktivierung.
Im deutschen Admin heißt der Bereich in der Seitenleiste „Märkte“. Den Onlineshop erreichst du über Vertriebskanäle > Onlineshop.
| Funktion | Was Shopify macht | Was du steuerst |
|---|---|---|
| hreflang-Tags | Erzeugt die Tags aus Markt- und Sprachkonfiguration, sobald eine Domain, Subdomain oder ein Unterordner mit Sprache existiert. Nur Märkte mit eigener Adresse erhalten Tags. Änderungen an Domains oder Sprachen aktualisieren sie automatisch. | Märkte, Adressen und veröffentlichte Sprachen |
| Canonical | Jede Marktversion erhält einen selbstreferenzierenden Canonical. hreflang verbindet die Versionen. | Zuordnung der Marktversionen |
| Sitemap | Enthält automatisch alle Markt-URLs und annotiert jede URL mit hreflang. | Markt-URLs und veröffentlichte Versionen |
| x-default | Setzt den Rückfallverweis für nicht passende Besucher automatisch. | Zuordnung des Rückfallmarkts und seiner Sprachen |
| Crawler und Weiterleitung | Leitet Kunden automatisch weiter. Bekannte Suchmaschinen-Crawler sind ausgenommen und erhalten die angefragte URL. | Weiterleitungseinstellungen für Land und Sprache |
Unterordner, Subdomain oder Länderdomain: welche Struktur zu deinem Shop passt
Shopify Markets bietet je Markt 3 URL-Strukturen: Unterordner, Subdomains und eigene Top-Level-Domains. Ein Unterordner ist ein Pfad unter der Hauptdomain, eine Subdomain ein vorangestellter Name wie at.. Die Struktur bestimmt, wie eigenständig ein Markt auftritt und welche Signale Google aus seiner Adresse ableiten kann. URL-Parameter empfiehlt Google dafür nicht.
| Struktur | Beispiel | Laut Shopify | Laut Google |
|---|---|---|---|
| Unterordner | deinshop.de/de-at/ | Empfehlung für die meisten Shops; teilt die Domain-Autorität der Hauptdomain. | Leicht einzurichten; das Land ist aus der URL allein nicht erkennbar. |
| Subdomain | at.deinshop.de | Wird von manchen Suchmaschinen als eigene Website behandelt und startet mit weniger SEO-Wert. | Leicht einzurichten; das Land ist aus der URL allein nicht erkennbar. |
| Länderdomain | deinshop.at | Stärkstes lokales Signal; eigene Registrierung und Pflege je Land. Nur für eine gezielte Strategie in einem neuen Markt, mit dem meisten Zeit- und SEO-Aufwand. | Klares Geotargeting, aber teuer und auf ein Land begrenzt. |
Eine Länderdomain verwendet eine ccTLD, also eine länderspezifische Top-Level-Domain wie .at.
Nur die Hauptdomain für alle Märkte ohne eigene URLs bringt keinen SEO-Traffic aus den Zweitmärkten. Internationale Domains funktionieren nicht mit der myshopify.com-Domain. Du brauchst eine eigene Domain und mindestens den Basic-Plan.
Unterordner hängen an der Hauptdomain. Ein Wechsel der Hauptdomain ändert deshalb alle Unterordner-URLs.
Zwei Live-Shops kombinieren die Strukturen, Stand 30.10.2026 per Abruf des HTML geprüft. purelei.com nutzt Unterordner wie /de-at und für die Schweiz die Subdomain ch.purelei.com. hey-honey.com nutzt Unterordner und für die Schweiz die Länderdomain hey-honey.ch.
Wie Shopify hreflang ausgibt und wann du es abschaltest
hreflang-Tags sind Verweise im Seitenkopf. Sie sagen Suchmaschinen, welche Version einer Seite Kunden je nach Sprache und Region sehen. Shopify erzeugt 2 Formen: ländergenaue Werte wie fr-ca und reine Sprach-Tags wie fr. Shopify gibt die Tags über content_for_header im head von layout/theme.liquid aus. So entstehen die Verweise direkt aus der Konfiguration deiner Märkte.
x-default ist der Rückfallverweis für nicht passende Besucher. Er zeigt auf die URL des Markts mit der Backup-Region, also der Region für Besucher außerhalb aller Märkte. Jede veröffentlichte Sprache des Markts mit der Backup-Region erhält zusätzlich ein reines Sprach-Tag.
Der folgende Auszug zeigt die hreflang-Ausgabe auf der Startseite von snocks.com, Stand 30.10.2026, per Abruf des HTML geprüft. Die Werte de-CH und de-LI zeigen auf dieselbe URL /de-ch, nl-NL und nl-BE auf /nl-nl.
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://snocks.com/">
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://snocks.com/">
<link rel="alternate" hreflang="de-CH" href="https://snocks.com/de-ch">
<link rel="alternate" hreflang="fr-CH" href="https://snocks.com/fr-ch">
<link rel="alternate" hreflang="de-LI" href="https://snocks.com/de-ch">
<link rel="alternate" hreflang="fr-FR" href="https://snocks.com/fr-fr">
<link rel="alternate" hreflang="nl-NL" href="https://snocks.com/nl-nl">
<link rel="alternate" hreflang="nl-BE" href="https://snocks.com/nl-nl">
Die automatischen hreflang-Tags sind standardmäßig aktiviert. Schalte sie ab, wenn dein Theme oder eine App eigene Tags setzt. Den Schalter findest du unter Onlineshop > Konfigurationen, Abschnitt „Social-Sharing-Bild und SEO“, Option „Automatische hreflang-Tags“. Zusätzliche eigene Tags erzeugen sonst doppelte oder widersprüchliche Angaben.
Eigene hreflang-Tags brauchst du für getrennte Shopify-Shops auf verschiedenen Domains. Baue sie dynamisch aus dem localization-Objekt, ohne fest codierte Domains oder Handles.
Google verlangt gegenseitige Verweise: Jede Sprachversion nennt sich selbst und alle anderen. Ohne Rückverweis ignoriert Google die Tags. Unterstützt werden Sprachcodes nach ISO 639-1 und Regionscodes nach ISO 3166-1 Alpha 2. Ein Wert wie es-419 wird nicht unterstützt.
Gleiche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz ohne Duplicate Content
Ein gleichsprachiger Markt ist ein Markt, der die Sprache des Hauptmarkts in einem anderen Land bedient, etwa Deutsch in Österreich oder der Schweiz. Ein Shop aus Deutschland nutzt für Österreich und die Schweiz die Unterordner /de-at und /de-ch. Reine Sprachordner wie /de gibt es nur im Hauptmarkt. Jeder Zweitmarkt kombiniert im Unterordner Sprache und Land.
Duplicate Content sind doppelte Inhalte unter verschiedenen Adressen. Zwei Domains mit derselben Sprache im selben Markt können laut Shopify als Duplicate Content gelten. Google nennt dafür das Beispiel example.de/ und example.com/de/. Die Empfehlung: eine bevorzugte Version wählen und mit Canonical und hreflang die passende Länderversion ausspielen.
Translate & Adapt passt Produktbeschreibungen, Banner und Rechtstexte auch für Märkte gleicher Sprache an. Die Schweizer Version zeigt so eigene Texte, die Währung CHF stellst du im Markt ein. Theme-Inhalte wie Banner, Ankündigungsleiste und Blöcke je Markt gibt es erst ab dem Advanced-Plan.
Laut Shopify belohnen Suchmaschinen eigenständige, lokalisierte Inhalte, und eine Anpassung je Markt kann die Rankings verbessern.
Übersetzen mit Translate & Adapt: was für SEO übersetzt wird und was nicht
Translate & Adapt ist die Übersetzungs-App von Shopify, die beim Hinzufügen einer Sprache automatisch installiert wird. Übersetzt wird manuell oder mit der KI von Shopify. Jede veröffentlichte Sprache erhält eigene URLs. Fehlt eine Übersetzung, erscheint der Inhalt in der Standardsprache.
Basic, Grow, Shopify und Advanced erlauben bis zu 20 Sprachen, Shopify Plus bis zu 30. Shops mit Sitz in Deutschland, Österreich oder der Schweiz können bis zu 8 Sprachen automatisch übersetzen. Die Funktion Auto-sync hält die automatischen Übersetzungen wöchentlich aktuell.
Nicht oder nur eingeschränkt übersetzbar:
- Meta-Title und Meta-Description von Produkten lassen sich nur übersetzen, wenn sie individuell befüllt sind. Sonst greifen der übersetzte Produkttitel und die übersetzte Produktbeschreibung.
- URL-Handles sind übersetzbar, zum Beispiel
/es-mx/products/zapatos. Das Verzeichnisproductsbleibt fest, und Handles lassen sich nicht je Markt anpassen. - Produkt-, Artikel- und Blog-Tags sind nicht übersetzbar.
- Collection-Filter und Produktbilder übersetzt Translate & Adapt nicht.
- Rechtstexte beziehungsweise Policies werden nicht automatisch übersetzt.
Shopify rät, maschinelle Übersetzungen vor dem Veröffentlichen zu prüfen. Google bewertet es als schlechte Nutzererfahrung, wenn nur Boilerplate wie Navigation oder Footer übersetzt wird und der Hauptinhalt einsprachig bleibt.
Google erkennt die Sprache algorithmisch am sichtbaren Inhalt, nicht über hreflang oder das lang-Attribut. Übersetzungen aus Translate & Adapt bleiben nach der Deinstallation der App erhalten.
Wann Länderversionen nicht indexiert werden
Länderversionen fehlen im Google-Index in 6 typischen Fällen. Die häufigsten Ursachen sind ein Markt ohne eigene Adresse, eine gemeinsame URL verschiedener Märkte und Produkte, die ein Markt nicht führt. Dazu kommen das globale Ausblenden per Metafeld und gelöschte Märkte.
- Geteilte Domain: Märkte ohne eigene Adresse werden nicht indexiert. Vergib eine eigene Domain, Subdomain oder einen Unterordner.
- Gemeinsame URL: Teilen sich Märkte eine URL, indexieren Suchmaschinen nur die Version des Markts mit der Backup-Region. Trenne ihre Adressen.
- Produkt fehlt im Markt: Kunden und Crawler erhalten eine 404-Seite, und die URL fehlt in der Markt-Sitemap. Prüfe die Produktzuordnung.
- Rückfallverweise ohne Produkt:
x-defaultund reine Sprach-Tags zeigen auf den Markt mit der Backup-Region. Führt er das Produkt nicht, zeigen sie auf eine 404-Seite. Prüfe, welcher Markt die Backup-Region enthält. - Globales Verstecken: Das Metafeld
seo.hiddenversteckt ein Produkt in allen Märkten. Für einen einzelnen Markt brauchst du ein bedingtesnoindexim Theme. - Markt gelöscht: Beim Löschen eines Markts mit Unterordner entstehen 404-Seiten. Importiere Weiterleitungen per CSV-Datei und führe alte URLs auf passende Ziele.
Automatische Weiterleitung und Googlebot
Die automatische Weiterleitung ist eine Funktion, die Besucher nach Standort und Browsersprache in die passende Marktversion schickt. Google bekommt dabei weiter die direkt angefragte URL. Für die organische Suche zählen deshalb direkt erreichbare URLs je Version.
Du steuerst die Länderweiterleitung unter Onlineshop > Einstellungen, Abschnitt „Automatische Weiterleitung“, Einstellung „Land/Region“. Für die Sprache nutzt du dort separat die Einstellung „Sprache“. Die Sprachweiterleitung schaltet nach Browsersprache um, wenn die Sprache veröffentlicht und übersetzt ist.
Google rät davon ab, Nutzer automatisch auf eine andere Sprachversion umzuleiten, und empfiehlt Links zu den anderen Versionen. In Shopify übernimmt das eine Länder- und Sprachauswahl im Onlineshop, über die Kunden selbst wechseln. Die meisten Google-Crawls kommen aus den USA und ohne Accept-Language-Header. Standortabhängige Inhalte auf einer URL crawlt Google deshalb nicht zuverlässig für alle Länder.
EU-Kunden auf einer EU-Länderdomain werden nicht automatisch umgeleitet; auf .com oder .shop schon. Shopifys Geolocation-App ist seit 01.02.2025 nicht mehr installierbar und wurde am 24.03.2025 abgeschaltet. Für Empfehlungen auf EU-Länderdomains brauchst du deshalb eine Drittanbieter-App.
Deep Links mit ?country=DE führen in Märkten mit mehr als einem Land direkt zur Länderversion.
Preise und Währung je Markt im Produkt-Markup
Shopify Markets bietet 3 Wege für Preise je Markt: automatische Umrechnung zum aktuellen Wechselkurs als Standard, manuelle Kurse mit Rundung und Preise je Land über Kataloge. Im Produkt-Markup ist priceCurrency die Währungsangabe. Sie muss der Warenkorb-Währung entsprechen, die Shop-Währung ist dafür der falsche Wert.
Lokalisierte Preise für Suchmaschinen gibt das Theme über strukturierte Daten aus. Feste Rabattbeträge gibt es nur in der Standardwährung, beim Checkout werden sie umgerechnet.
Managed Markets und Markets Pro: was für Shops aus Deutschland gilt
Managed Markets ist seit Juni 2024 der Name für Markets Pro, den Hilfe-Bereich Shopify Markets führt Shopify seitdem als International (Changelog vom 02.07.2024). Für Shops mit Sitz in Deutschland bleibt es bei Markets.
Managed Markets nutzt Global-e als Merchant of Record, also als verkaufende Stelle gegenüber dem Kunden. Das Angebot steht nur Händlern mit Sitz in den kontinentalen USA sowie bestimmten Shops in Kanada und Großbritannien offen. Die Kosten betragen je Auslandsbestellung 3,25 % auf Plus beziehungsweise 3,5 % auf Basic, Grow und Advanced. Währungsumrechnungs- und Zahlungsgebühren kommen hinzu.
Markt einrichten oder umbauen: Prüfliste für SEO
Die Prüfliste umfasst sieben Schritte für Einrichtung und Umbau eines Markts. Sie verbindet Struktur, hreflang, Übersetzung, Indexierung und Weiterleitung. Prüfe die ausgelieferten URLs im Browser und im HTML, bevor du neue Märkte veröffentlichst.
Markt aktivieren
Prüfe Versandtarife und Länderzuordnung, damit Kunden im vorgesehenen Markt kaufen können.
Struktur festlegen
Wähle die URL-Struktur nach Abschnitt 2 und berücksichtige bestehende Adressen bei einem Domainwechsel.
Signale kontrollieren
Prüfe hreflang, Canonical und Sitemap im HTML einer veröffentlichten Marktseite und gleiche sie mit den Admin-Einstellungen ab.
Inhalte lokalisieren
Übersetze sichtbare Hauptinhalte und prüfe die eingeschränkt übersetzbaren Felder aus Abschnitt 5.
Indexierung testen
Kontrolliere Statuscode, Produktverfügbarkeit und Sitemap-Aufnahme für jede neue Länderversion.
Weiterleitung und Preise testen
Rufe Markt-URLs direkt auf und vergleiche Sprachlinks, Warenkorb-Währung und Produkt-Markup.
Sitemaps einreichen
Reiche laut Shopify für jede Domain und Subdomain eine Sitemap in der Google Search Console ein.
Wenn du die SEO-Baustellen deines Shops vor dem Umbau einordnen willst, nutze den Shopify SEO Potenzial-Check.
Häufige Fragen zu Shopify Markets
Brauche ich für jedes Land einen eigenen Shopify-Shop?
Nein, ein Shop kann Länder in Märkten und Submärkten organisieren. Submärkte übernehmen die Anpassungen ihres Elternmarkts, sodass du nur Abweichungen pflegst. Getrennte Shops auf verschiedenen Domains verknüpft Shopify nicht automatisch, dort setzt du hreflang selbst.
Funktioniert Shopify Markets ohne Shopify Payments?
Ja, die Marktverwaltung funktioniert ohne Shopify Payments. Für Zahlungen in mehreren Währungen kannst du Adyen verwenden. Ohne Shopify Payments oder Adyen kaufen Kunden in allen Märkten in der Standardwährung ein.
Was sehen Besucher aus Ländern ohne eigenen Markt?
Besucher aus Ländern ohne Markt erhalten das Erlebnis des Markts mit der Backup-Region. Die Backup-Region ist standardmäßig das Heimatland des Shops. Besucher können stöbern, aber nicht kaufen, solange ihr Land in keinem aktiven Markt liegt.
Lassen sich Märkte auch für Kundengruppen anlegen?
Ja. Märkte waren früher auf Länder und Regionen beschränkt. Heute bilden Märkte und Submärkte auch Kundengruppen ab, etwa B2B-Kunden, Ladengeschäfte oder Verkaufskanäle.
Let's talk
Wenn du wissen willst, ob Google die Länderversionen deines Shopify-Shops findet und richtig zuordnet: Schreib mir kurz, um welchen Shop und welche Märkte es geht. Der Austausch ist unverbindlich.
Oder direkt per WhatsApp:
WhatsApp-Chat starten